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Urbane Hexenkunst im Alltag: Nachhaltigkeit als gelebte Praxis

  • Autorenbild: Nicole
    Nicole
  • vor 3 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit



Es gibt diese Vorstellung, dass nachhaltiges, naturverbundenes Leben immer im grossen Stil, konsequent und sichtbar sein muss. Dass man entweder „alles richtig“ macht – oder eben gar nicht. Bio. Zero Waste. Selbstversorgung. Kräutergarten. Zeit. Geld. Ruhe.


Und dann gibt es den Alltag.


Wecker. Arbeit. Termine. Einkaufen zwischen zwei Calls. Ein Balkon, der manchmal mehr Tauben als Sonne sieht. Eine Wohnung, in der man lebt – nicht inszeniert. Urbane Hexenkunst beginnt genau hier. Nicht dort, wo alles immer ideal scheint, sondern dort, wo wir tatsächlich stehen. Nachhaltigkeit wird in dieser Perspektive nicht zur moralischen Leistung, sondern zu einer Praxis der Beziehung. Zu Ressourcen. Zu Räumen. Zu Geld. Zu Zeit. Zu uns selbst.


Alltag statt Ausnahmezustand

Urbane Hexenkunst im Alltag heisst nicht, jeden Tag bewusst „hexisch“ zu leben - was auch immer das heissen mag. Es heisst, den Alltag nicht auszuklammern, wenn es um Spiritualität geht. Die Stadt ist kein spirituelles Defizit. Sie ist der Ort, an dem wir wirken. Und genauso sollte unsere Beziehung zur Nachhaltigkeit sein. Deshalb stellt sie uns vor konkrete Fragen:


  • Wie nähre ich Beziehung zur Natur, wenn ich sie nicht kontrollieren kann?

  • Wie handle ich verantwortungsvoll, ohne mich zu überfordern?

  • Wie kann Magie bodenständig sein – und trotzdem wirksam?


Die Antwort liegt selten in spektakulären Ritualen. Sie liegt in Wiederholung, in Haltung und in kleinen, realistischen Entscheidungen.


Pflanzen: Beziehung statt Perfektion

Urbane Hexenkunst im Alltag bedeutet nicht, jeden Tag bewusst „hexisch“ zu leben – was auch immer das konkret heissen soll. Es geht nicht um permanente Rituale, ästhetische Performanz oder spirituelle Dauerpräsenz. Es geht darum, den Alltag nicht auszuklammern, wenn es um Spiritualität geht. Die Stadt ist kein spirituelles Defizit. Sie ist der Ort, an dem wir leben, arbeiten, lieben, zweifeln, konsumieren, scheitern und wieder neu ansetzen. Sie ist der Raum, in dem unsere Entscheidungen Wirkung entfalten. Und genau hier – zwischen Beton, Terminen und Übergängen – entfaltet sich urbane Hexenkunst als Haltung.


In dieser Perspektive wird auch Nachhaltigkeit nicht zu einem Ideal, das wir erreichen müssen, sondern zu einer Beziehung, die gepflegt werden will. Eine Beziehung, die uns immer wieder vor konkrete, zum teil unbequeme und gleichzeitig sehr reale Fragen stellt:


  • Wie nähre ich Verbindung zur Natur, wenn ich sie nicht romantisieren oder kontrollieren kann?

  • Wie übernehme ich Verantwortung, ohne mich selbst zu verlieren oder zu überfordern?

  • Wie bleibt Magie bodenständig – und wirkt trotzdem im Alltag?


Die Antworten darauf sind selten spektakulär. Sie liegen nicht im Besonderen, sondern im Wiederkehrenden. In der Haltung, mit der wir unseren Alltag bewohnen. In kleinen, realistischen Entscheidungen, die sich einfügen, statt zusätzlich zu belasten. Nachhaltige urbane Hexenkunst wirkt nicht durch Ausnahmezustände, sondern durch Präsenz im Gewöhnlichen.


Wie wir dies konkret umsetzen können?


Einkaufen als magische Handlung

Nachhaltigkeit im Alltag zeigt sich oft dort, wo wir Geld ausgeben – oder eben nicht. Urbane Hexenkunst romantisiert das nicht. Sie weiss: Geld ist begrenzt. Zeit auch. Energie sowieso. Bewusst einkaufen bedeutet nicht, immer das Teuerste oder „Richtigste“ zu wählen. Es bedeutet, Beziehungen sichtbar zu machen:


  • Woher kommt das, was ich kaufe?

  • Wer hat daran gearbeitet?

  • Wie oft brauche ich das wirklich?


Lokal einkaufen, wenn möglich. Secondhand, wenn sinnvoll. Weniger, aber bewusster. Nicht als Regelwerk, sondern als Übung im Wahrnehmen. Und ja: Dinge selbst zu machen – Brot, Reinigungsmittel, kleine Rituale, Geschenke – kann Geld sparen. Das ist nichts, wofür man sich schämen muss. Im Gegenteil. Es ist eine alte, kluge Form von Selbstermächtigung. Hexenkunst war nie Luxus. Sie war immer vor allem Pragmatik.


Digitale Nachhaltigkeit: Aufmerksamkeit als Ressource

Nachhaltigkeit endet jedoch nicht beim Einkaufszettel. Sie zeigt sich auch dort, wo wir täglich einen grossen Teil unserer Zeit verbringen: im Digitalen. Bildschirme, Feeds, Nachrichten, Mails, Push-Benachrichtigungen – die Stadt endet nicht an der Wohnungstür, sie setzt sich im digitalen Raum fort.

Urbane Hexenkunst betrachtet auch Aufmerksamkeit als Ressource. Als etwas Endliches. Als etwas, das gepflegt, geschützt und bewusst eingesetzt werden will. Denn was wir permanent konsumieren, beeinflusst, wie wir denken, fühlen und handeln. Nicht alles, was verfügbar ist, muss aufgenommen werden. Nicht jede Debatte verlangt unsere Energie. Nicht jede Information ist in diesem Moment nährend.


Digitale Nachhaltigkeit bedeutet nicht, offline zu gehen oder Technik zu verteufeln. Sie bedeutet, Beziehung herzustellen: zu unseren Geräten, zu unserem Medienkonsum, zu den Geschichten, die wir täglich in uns aufnehmen. Es geht darum, Übergänge bewusst zu gestalten – zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Öffentlichkeit und Rückzug, zwischen Reiz und Ruhe.


Kleine, alltägliche Praktiken können hier viel bewirken: Benachrichtigungen reduzieren. Zeiten definieren, in denen das Handy bewusst weggelegt wird. Den Arbeitslaptop schliessen als klares Ritual des Feierabends. Sich fragen, bevor man scrollt: Was suche ich gerade wirklich? Verbindung? Ablenkung? Information? Trost?


Digitale Nachhaltigkeit ist keine Disziplinierungsübung, sondern eine Form von Selbstfürsorge. Und sie ist zutiefst urban. Denn gerade in verdichteten Lebensräumen ist unsere Aufmerksamkeit ständig umkämpft. Urbane Hexenkunst setzt hier an – nicht mit Verboten, sondern mit Bewusstheit. Nicht mit Kontrolle, sondern mit Wahlmöglichkeiten.


Auch im Digitalen gilt: Magie wirkt dort, wo wir präsent bleiben. Wo wir unsere Energie nicht beliebig verteilen, sondern bewusst einsetzen. Aufmerksamkeit ist eine Form von Zauberkraft – und wie jede Ressource verdient sie einen achtsamen Umgang.


Mobilität: Teil des Systems bleiben

Oder was ist mit dem Thema Fortbewegung? Die Stadt zwingt uns zur Bewegung (was auch gesund ist). Nachhaltige urbane Hexenkunst fragt in dieser Hinsicht aber vor allem auch nach Machbarkeit. Wege zu Fuss, wo möglich. Öffentlicher Verkehr, soweit machbar. Nicht, weil man „muss“, sondern weil man Teil eines grösseren Gefüges ist. Jeder Weg ist ein Kontaktpunkt: mit Menschen, Geräuschen, Gerüchen, Rhythmen. Auch das ist Praxis. Kein Rückzug. Kein moralisches Statement. Sondern gelebte Eingebundenheit.


Nachhaltigkeit ohne Selbstoptimierung

Nachhaltige urbane Hexenkunst verweigert sich der Idee, dass Nachhaltigkeit ein weiteres Feld der Selbstoptimierung sein muss. Niemand ist immer konsequent. Niemand lebt widerspruchsfrei. Und das ist kein persönliches Versagen, sondern eine realistische Beschreibung menschlichen Lebens.


Gerade bei diesem Thema geht es nicht um moralische Überlegenheit, Vergleich oder Schuldzuweisung. Nicht darum, wer „es besser macht“, sondern darum, was jede:r Einzelne im jeweiligen Moment tun kann – mit den eigenen Möglichkeiten, Grenzen, Ressourcen und Privilegien. Wertefrei, aber bewusst.


Denn wie viel Beitrag wir leisten können, hängt nicht nur von Wissen oder Haltung ab, sondern auch von unserer Tagesform. Von Erschöpfung. Von finanziellen Spielräumen. Von psychischer Stabilität. Von Lebensphasen. Es gibt Tage, an denen wir achtsam einkaufen, selber kochen, Dinge reparieren oder hinterfragen. Und es gibt Tage, an denen wir funktionieren, improvisieren oder schlicht überleben. Beides gehört dazu.


Nachhaltigkeit in urbaner Hexenkunst ist deshalb keine konstante Leistung, sondern eine bewegliche Praxis. Sie passt sich an. Sie atmet. Sie erlaubt Schwankungen. Ein kleiner Beitrag heute ist nicht weniger wert als ein grosser gestern. Entscheidend ist nicht die Grösse der Handlung, sondern die Bereitschaft zur Beziehung.


Verantwortung bedeutet in diesem Kontext nicht, alles richtig zu machen. Verantwortung bedeutet, hinzuschauen, statt wegzuschieben. Entscheidungen wahrzunehmen, auch wenn sie unbequem sind. Und sich immer wieder neu auszurichten – ohne Selbstverurteilung.


Nicht aus Schuld. Sondern aus Verbundenheit. Aus dem Wissen heraus, Teil eines grösseren Gefüges zu sein. Und dass Verantwortung jeden Tag anders aussehen darf – solange wir sie nicht komplett abgeben.


Eine leise, wirksame Praxis

So ist urbane Hexenkunst im Alltag ganz oft leise. Sie zeigt sich nicht in perfekten Bildern, sondern in Haltungen. In der Art, wie wir konsumieren, wohnen, uns bewegen, entscheiden. Sie ist bodenständig. Informiert. Unaufgeregt. Und gerade deshalb kraftvoll. Vielleicht ist das die eigentliche Magie: Dass wir nicht warten müssen, bis alles anders ist. Dass wir nicht raus aus der Stadt müssen, um verbunden zu leben. Dass Nachhaltigkeit keine laute Parole sein muss, um wirksam zu sein. Die Stadt lebt. Wir leben in ihr. Und genau hier – zwischen Beton, Alltag und bewussten Entscheidungen – wird urbane Hexenkunst zur gelebten Praxis.

Kommentare


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Hallo, danke fürs Vorbeischauen!

Ich bin Nicole – urban aus Überzeugung, mystisch von Natur aus. Ich liebe schwarze Katzen, guten Chai oder Matcha und Gespräche, die spät am Abend anfangen und mit plötzlichen Erleuchtungen enden. Irgendwo zwischen Excel-Tabellen und Zauberkarten habe ich meine Berufung gefunden: Menschen zu helfen, das Chaos, die Magie und selbst die Montage zu verstehen.

Dies hier ist mein Kessel – ein Ort, an dem modernes Leben auf moderne Mystik trifft, gewürzt mit Neugier, einer Prise Rebellion und einer ordentlichen Portion Herz. Mach es dir gemütlich, gönn dir etwas Warmes zu trinken, und lass uns gemeinsam entdecken, welche Magie sich in unserem Alltag versteckt.

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