Vom Zauber der Geweihten Nächte
- Nicole

- 21. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Es gibt so viele Geschichten, Mythen und Bräuche rund um die Wintersonnenwende, dass man kaum weiss, wo man anfangen soll. Wir alle kennen das klassische Weihnachtsfest mit seinen Lichtern, Düften und Geschenken – doch wie feiern jene, die naturspirituellen Pfaden folgen, diese geheimnisvolle Schwelle zwischen Dunkelheit und Licht? Jede Familie, jede Gemeinschaft, ja sogar jede*r Einzelne hat hier seine eigenen kleinen Rituale und magischen Momente.
Bei uns sieht es so aus: Wir achten auf die Stille der längsten Nacht, auf das Flüstern des Windes zwischen kahlen Ästen, auf das sanfte Funkeln der Kerzen, die die Dunkelheit durchbrechen. Während wir im vorangehenden Artikel die Mütter-Nacht betrachtet haben – die Nacht vor der Sonnenwende, die noch tief in der Dunkelheit verwurzelt ist – richtet sich unser Blick heute auf die Sonnenwende selbst.
Diesen Ereignis feiern wir – nicht als Event, sondern als tiefe, intime Erfahrung, die die Seele wärmt und den Geist daran erinnert, dass jede Dunkelheit ihr Ende kennt. heute lade ich dich ein, mit mir einen Blick hinter diese Bräuche zu werfen und zu entdecken, wie wir die Magie der Geweihten Nächte zu uns nach Hause holen.

Die Zeit der Wintersonnenwende
Die Wintersonnenwende – jedes Jahr um den 21./22. Dezember – markiert seit jeher einen wichtigen Wendepunkt. Es ist der Tag, an dem das Licht wiedergeboren wird. Auch wenn dieser Tag in der nördlichen Hemisphäre der dunkelste des Jahres ist, trägt er bereits den Samen des Lichts in sich: das stille Versprechen, dass die Sonne zurückkehrt und die Tage von nun an täglich länger und heller werden.
Der Name „Weihnachten“ – ursprünglich „geweihte Nächte“ – erinnert daran, dass diese Zeit seit jeher als heilig galt. Tatsächlich wurde dieser Wendepunkt in vielen Kulturen gefeiert – lange bevor Weihnachtskrippen, Adventskerzen oder Geschenkpapier die Welt erleuchteten. Für Naturspirituelle war die Sonnenwende ein heiliges Fenster zwischen Dunkelheit und Licht: eine Einladung, innezuhalten, zu reflektieren und das Leben zu ehren.
Schon am Morgen nach der Sonnenwende spüren wir die ersten Veränderungen: die Tage werden länger, das Licht kehrt zurück, und mit ihm die Erinnerung daran, dass Dunkelheit immer nur ein Teil des Zyklus ist. Diesen Übergang feiern wir auf vielfältige Weise – mal still mit kleinen Ritualen, mal mit einem festlichen Mahl im Kreis der Liebsten. Beide Formen erwärmen das Herz und erinnern den Geist daran, dass jedes Ende den Samen eines neuen Anfangs in sich trägt.
Die Wintersonnenwende – Beginn der Rauhnächte
Mit der Wintersonnenwende beginnt nicht nur der Zyklus des zunehmenden Lichts, sondern auch die Rauhnachtszeit. Schon seit Jahrhunderten sehen Naturspirituelle die Tage zwischen Sonnenwende und Dreikönigstag als eine Schwelle zwischen Altem und Neuem, Dunkelheit und Licht. Es ist eine Zeit, in der Träume, Intuition und Visionen besonders kraftvoll sind – eine Einladung, Rückschau zu halten, Altes loszulassen und Raum für das Neue zu schaffen.
Wer den Artikel über die Rauhnächte gelesen hat, kennt schon die Bräuche: Hausräucherungen, Kerzenrituale, stille Meditationen oder das bewusste Loslassen alter Gewohnheiten. Die Sonnenwende ist der Startschuss dafür – der Moment, an dem das Licht zurückkehrt und die magische Energie dieser Zeit spürbar wird.
So feiern wir die Sonnenwende
Bei uns zu Hause entfaltet sich die Magie in kleinen, urbanen Momenten. Kerzen flackern auf Fensterbänken zwischen dem Strassenlaternenlicht, kleine Altäre aus Tannengrün, Steinen und Gött:innen Figuren ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, und der Duft von Räucherwerk mischt sich mit dem winterlichen Geruch von nassem Asphalt. Ich koche ein Julmahl – manchmal still und besinnlich, manchmal ausgelassen mit Musik, Lachen und Freunden. Besonders liebe ich den Moment, wenn ich eine Kerze ans Fenster stelle und auf das Licht draussen und drinnen zugleich schaue – das Gefühl von Rückkehr, Wärme und Neubeginn.
Fun Fact: Wusstest du, dass der Weihnachtsmann (Santa Claus) seine Wurzeln in älteren europäischen Wintertraditionen hat? Lange bevor die moderne Weihnachtsdarstellung entstand, galt der Schornstein als magisches Portal – ein Eingang für Geister und übernatürliche Wesen. Frühere winterliche Geschenkbringer wie Sinterklaas oder Hausgeister wurden sich vorgestellt, dass sie durch den Kamin in die Häuser gelangten. Mit der Zeit verschmolzen diese folkloristischen Motive mit der Geschichte des Heiligen Nikolaus und gaben uns den Santa, den wir heute kennen – einen symbolischen Geist, der Segen und Geschenke durch den Schornstein bringt.
Ein Fest für Herz und Sinne
Ob still oder ausgelassen, ob allein oder mit Liebsten – die Sonnenwende lädt uns ein, das Licht willkommen zu heissen. Wir feiern das Leben, die Rückkehr des Lichts und die Chance, uns selbst neu auszurichten. Es ist ein Moment, in dem Stadt und Natur, Innen und Aussen, Vergangenheit und Zukunft zusammenfliessen. Möge diese Zeit unser Herz erwärmen, unseren Geist stärken und uns daran erinnern, dass jede Dunkelheit wesentliche Schwelle ist, die zum Licht führt.
Allen, die feiern, wünsch ich eine zauberhafte Sonnenwende.




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