Geständnisse einer naturspirituellen Okkultistin – 10 Jahre später
- vor 16 Stunden
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Ihr Lieben, trotz Zaubertränken und Tinkturen wird auch die Urbane Hexe nicht jünger. Diejenigen unter euch, die meine Zeilen schon seit vielen Jahren lesen, mögen sich vielleicht sogar noch an meine alte Internetpräsenz Ard de vivre erinnern.
Vor über 10 Jahren habe ich dort schon einmal einen Artikel geschrieben zum Thema Geständnisse einer naturspirituellen Okkultistin – eine kleine Momentaufnahme meiner Gedanken und Erfahrungen mit Okkultismus und Naturspiritualität. Schon damals war ich seit etwa zehn Jahren auf diesem Pfad unterwegs, mein Glaube und meine Praktiken waren also längst Teil meines Alltags geworden.
Seitdem ist viel passiert. In den vergangenen 10 Jahren habe ich mich weiterentwickelt, neue Facetten meiner Spiritualität entdeckt und bin reifer geworden – sowohl im Umgang mit mir selbst als auch mit der Welt um mich herum. Mein spiritueller Pfad begleitet mich nach wie vor durch den Alltag, schenkt mir Verbundenheit, Orientierung und eine Art inneres Navigationssystem.
Was mir in all den Jahren aber vor allem immer klarer geworden ist: Schwarz-Weiss-Denken wird mich wohl nie berühren. Ich mag es, Dinge für mich selbst zu entdecken, verschiedene Perspektiven einzunehmen und nicht alles in ultimativ „gut“ oder „böse“ einzuteilen. Gerade der Begriff Okkultismus (lat. occultus = verborgen, verdeckt, geheim) ist ein schönes Beispiel dafür: Er wird oft mit Dunkelheit, Geheimnisvollem oder sogar Bösem verbunden – für mich ist er allerdings kein Etikett, kein starres Urteil, sondern ein Einstieg in das Entdecken von Welten, Sichtweisen und inneren Zuständen, die sonst vielleicht verborgen blieben.
Gleichzeitig merke ich, wie die Welt um uns herum oft in „entweder–oder“-Denkweisen gefangen ist. Seit einigen Jahren scheint sich das noch stärker verfestigt zu haben. Politisch, religiös, gesellschaftlich – überall scheint die Luft explosiv zu sein. Das ist nicht meins. Trotzdem ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich in den Verteidigungsmodus gehe, obwohl ich eigentlich gar nicht genau weiss, was es da zu verteidigen gäbe. Mein Pfad hilft mir hier, innezuhalten, abzuwägen und mich selbst zu fragen: Was ist wirklich meine Wahrheit? Wo kann ich einfach beobachten, ohne mich sofort positionieren zu müssen?
Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich es mir in diesem Jahr zur Aufgabe mache, meine okkulten – also verborgenen – Seiten noch genauer anzuschauen. Sie sind bei mir nicht geheim, aber vieles schwingt da nach wie vor mit, was mir noch nicht ganz bewusst oder klar ist. Und genau dieses Beobachten, Hinterfragen und Entdecken macht meinen Weg lebendig, tief und beständig – und zeigt mir immer wieder, wie viel Magie im Alltag liegt, wenn wir nur aufmerksam sind.
Und das ist die Schönheit, innerhalb eines spirituellen Weges wachsen zu können. Denn was früher wie ein kleines Abenteuer wirkte, ist heute ein bewusster Umgang mit Nuancen, ein alltägliches Erleben von Magie, Intuition und Reflexion. Ein Spaziergang durch die Stadt, eine Tasse Tee oder ein kleines Morgenritual können genauso viel Tiefe entfalten wie ein langer Abend in einem Buchladen voller esoterischer Schätze.
Und genau darin liegt die Schönheit: Authentisch zu sein bedeutet nicht, dass wir uns zwischen Rationalität und Intuition oder, nennen wir es Magie, entscheiden müssen. Es bedeutet, dass wir beides umarmen, uns von unserer Intuition leiten lassen und gleichzeitig in der modernen Welt bestehen. Diese Balance, dieses Zusammenspiel aus Licht und Schatten, Struktur und Chaos, Sichtbarem und Verborgenem, aber auch zwischen all den Nuancen innerhalb dieser Pole, macht uns aus – und macht meinen Weg so lebendig.
Und ihr? Wie lebt ihr eure eigene Mischung aus Alltag, Intuition und Magie? Ich lade euch ein, darüber nachzudenken – vielleicht bei einem Spaziergang, beim Tee oder bei eurem ganz eigenen kleinen Ritual des Tages.




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